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2021

Tender statt Tinder:

Wie die Zentralbank das Geld attraktiv macht


Sitz der EZB
Der Sitz der EZB: Sonnemannstraße 20, 60314 Frankfurt


Inhalt:
Die Bank der Banken
Die Geschichte des Geldes
Geld ist nicht gleich Geld
Bankensystem und Realwirtschaft: 2 verschiedene Welten
Warum Inflation?
Wie können Zentralbanken die Inflation steuern?
Der Wert des Geldes: Durch Immobilien gesichert


Die Bank der Banken

Die Zentralbank ist die Bank der Banken: Jede Geschäftsbank hat ein Konto bei der Zentralbank, kann bei ihr einen Kredit aufnehmen und Geld anlegen.

Das Ziel der Zentralbank ist, Geld in Umlauf zu bringen. So ... Was ist Geld? Und wo kommt es her?


Die Geschichte des Geldes

Geld ist ein Tauschmittel und wird für den Handel mit Waren und Dienstleistungen benutzt. Dein Gehalt entspricht der Dienstleistung deiner Arbeit und der Preis deines Abendbrotes entspricht dem Essen.

Nur gab es nicht immer Geld wie wir es kennen. Am Anfang gab es nur einen Tauschhandel. Diese Wirtschaftsform war nicht optimal, weil du nur etwas bekommen konntest, wenn du auch etwas hast, was dein Tauschpartner erwartet. Der Fischer konnte Fische gegen andere Sachen austauschen. Das stellte ein Problem dar, wenn er ein Haus oder ein neues Boot gegen seine Fische eintauschen wollte: Was soll der Boot-Hersteller mit so vielen Fischen anfangen? Sie werden schnell verderben und er wollte sich auf sein Geschäft konzentrieren, statt die Fische wieder auszutauschen. Dieses mehrfach-Austauschen ist auch mit Risiken gebunden, denn du kannst nicht sicherstellen, dass du damit wirklich das erreichst, was du bekommen willst.

Schnell haben die Menschen gemerkt, dass Edelmetalle große Vorteile haben: Sie haben einen hohen intrinsischen Wert, verderben nicht und können leicht ausgetauscht werden. Die ersten Goldmünzen wurden vor 3000 Jahren in China erfunden. Durch diese Standardisierung von Gold und Silber in Form von Barren und Münzen war es auch leicht nachzuvollziehen, was das Metall genau wert war. Ein Vergleich aller Waren mit einem bestimmten Goldgewicht ermöglichte einen vertrauenswürdigen Handel. Ärmere Gesellschaften haben Kupfer als Tauschmittel eingesetzt.

Bei großen Einkäufen ist es jedoch unpraktisch, viel Gold zu transportieren. Und die &UUml;berprüfung auf Echtheit konnte auch lang dauern. Um das Tauschsystem also noch bequemer zu gestalten, haben Privathändler (und insbesondere Goldschmiede) angeboten, Gold in einem Tresor zu lagern und eine Quittung dafür herauszustellen. Diese Quittungen konnten dann anstelle des Goldes ausgetauscht werden. Das war der Anfang vom Papiergeld.


Geld ist nicht gleich Geld

Geld ist eine Darstellung von Wert. Da wir Fiatgeld benutzen, hat Geld selbst keinen intrinsischen Wert.

Nur vertrauen wir darauf, dass wir das Geld gegen Wertsachen und wertvolle Dienstleistungen einfach austauschen können.

Das ist der Grund, warum wir Geld so behandeln, als hätte es Wert.

Aber wieso können wir eigentlich Geld gegen wertvolle Sachen austauschen? Wie das geht, hängt von der Art von Geld ab.

Wir unterscheiden zwischen Zentralbankgeld und Giralgeld.

Zentralbankgeld ist Geld, das die Zentralbank selbst herausgebracht hat. Das ist z.B. das ganze Bargeld in Umlauf.

Als Sicherheit für dieses Geld gibt es das ganze Vermögen der Zentralbank.

Wenn die Notenbank also Gold kauft, dann dient dieses Gold als Sicherheit, um dem Geld Wert und Vertrauen zu verleihen.

Außer Gold kaufen Zentralbanken auch Fremdwährungen und Wertpapiere. Das Vermögen der Zentralbank nennt man Reserven.

Giralgeld entsteht dadurch, dass Banken Geld verleihen. Wenn du einen Kredit bei einer Bank aufnimmst, dann bringst du neues Geld in die Realwirtschaft.

Das erhöht die Geldmenge.

Dieses Geld entsteht also nicht dadurch, dass die Zentralbank es herausgestellt hat, sondern durch das Kreditgeschäft zwischen dir und der Bank.

Viele Menschen glauben, dass dieses Geld aus der Spareinlagen kommt, und dass die Bank das gesparte Geld so weiterverleiht.

Das ist zwar zum Teil richtig, aber die Bank verleiht auch Geld, was nicht gespart wurde: Zum Teil benutzt die Bank die Girokonten der Kunden um das Geld zu verleihen.

In diesem Fall ist das Geld keine Spareinlage, sondern es ist schon im Umlauf. Durch das Kreditgeschäft der Bank kommt also das gleiche Geld zweimal in Umlauf.

Das kann für die Bank ein Problem werden, wenn der Kunde mit dem Girokonto sein Geld ausgibt. Dann muss sich die Bank das Geld anderweitig leihen.

Gelingt das ihr nicht, geht die Bank pleite.

Um diese Gefahr zu verringen, müssen Banken eine sogenannte Mindestreserve halten.

Bei einem Reservesatz von 10% kann die Bank 90% eines Girokonto verleihen. Die Bankenaufsicht sorgt dafür, dass diese Sicherheitsmarge gehalten wird.


Bankensystem und Realwirtschaft: 2 verschiedene Welten

Um das Geldsystem richtig zu verstehen, musst du unterscheiden, was zum Bankensystem und was zur Realwirtschaft gehört.

Eine wichtige Rolle der Banken ist, dass Geld als Währung in der realen Wirtschaft benutzt wird.

Dafür muss das Geld in Umlauf außerhalb des Bankensektors kommen. Das erfolgt meistens durch die Kreditvergabe der Banken.

Bankensystem und Realwirtschaft
Wie das Geld vom Bankensystem in die Wirtschaft fließt


Warum Inflation?

Die meisten Zentralbanken der Welt verfolgen eine Geldpolitik mit einem Inflationsziel. Dieses Ziel liegt in den meisten Fälle um 2% pro Jahr.

Zum Beispiel strebt die EZB nach einer mittelfristigen Inflationsrate von nahe, aber unter 2% pro Jahr.

Die FED hat nicht nur die Inflation als Ziel, aber die Marke von 2% hat auch eine wichtige Bedeutung.

Die Zentralbank ist für die Stabilität der Währung verantwortlich.

Das bedeutet, dass die Preise stabil bleiben sollen. Damit werden Ausgaben und Investitionen einfacher zu schätzen.

Die Zentralbank steuert die inflation nur indirekt über die Geldmenge und die Zinssätze.

Um volle Kontrolle über das Geld zu haben, müssen die neuen Maßnahmen mehr Gewicht haben als die alten.

Das geht viel einfacher, wenn die Preise steigen, denn der Einfluss der gesparten Summen an Bargeld dadurch mit der Zeit nachlässt.


Wie können Zentralbanken die Inflation steuern?

Die Inflation entspricht dem überschuss an Geld im Vergleich zum realen Bruttoinlandsprodukt.

Die Zentralbanken können das Geldangebot steuern, indem sie:
- Zentralbankgeld erzeugen und
- die
Zinsen beeinflussen

Zentralbankgeld entsteht insbesondere, wenn Banknoten gedruckt werden. Das geht auch elektronisch, z.B. wenn die Zentralbank Gold kauft. In diesem Fall hat die Bank des Verkäufers ein Guthaben bei der Zentralbank. Dieses Guthaben gehört zur Geldmenge M0 genauso wie Banknoten und Münzen.

Wenn die Zentralbank die Zinsen senkt, dann wollen mehr Leute ein Darlehen aufnehmen. Zum Beispiel können sich mehr Leute eine Wohnung leisten als mit hohen Zinsen. Die dadurch entstehende Erhöhung der Kreditvergabe führt zu einer Erhöhung der Geldmenge.

Der Wert des Geldes ist durch Immobilien sichergestellt

Und trotzdem gibt es Immobiliencrashs, ohne dass das Geld seinen Wert verliert. Wie ist das möglich? Immobilien dienen als Sicherheit für das Geldsystem, aber sie werden nicht zu 100% beliehen und das hat eine wichtige Auswirkung: Das Geldsystem ist viel sicherer als eine direkte Anlage in Immobilien.