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2021

Zeit ist Geld. Und Geld ist Zeit.

Das bedeutet, dass du Zeit gegen Geld tauschen kannst. Du kannst deine Zeit verkaufen, indem du zur Arbeit gehst. Andersrum kannst du auch Geld ausgeben, um Zeit zu sparen. Aber wie geht das genau?

Inhalt:
1. Spare Zeit, indem du Haushaltsaufgaben delegierst
2. Investiere Geld und kaufe deine Freizeit
3. Mit den richtigen Werkzeugen Zeit sparen
4. Achte auf deine Gesundheit und lebe länger
5. Lass Andere für dich arbeiten
6. Refinanziere deine Schulden
7. (Bonus) Das Wunder einer funktionierenden Wirtschaft


1. Spare Zeit, indem du Haushaltsaufgaben delegierst

Jede Woche verbringst du Stunden dafür, dass deine Wohnung wieder sauber wird. Fenster putzen, Staub saugen, Geschirr spülen, Wäsche waschen, Klo reinigen, Müll entsorgen, ... sollen zur Vergangenheit gehören.

Wenn dir Zeit wirklich knapp ist, kannst du noch weiter in diese Richtung gehen, indem du auch komplexere Aufgaben delegierst. Darunter zählen zum Beispiel Kochen, Einkaufen, Hemde bügeln, Software-Aktualisieren oder noch das Schreiben der Steuererklärung.

Es gibt 2 Möglichkeiten, wie du delegieren kannst:

- Entweder du stellst jemanden ein, der das alles für dich erledigt,

- oder du benutzt jeweils den richtigen Service dafür (z.B. einen Lieferdienst).

Beide Varianten haben Vor- und Nachteile. Jemanden einzustellen ist weniger flexibel und du musst auch erstmal die Person finden und ihr zeigen, wie genau du das Ergebnis haben willst. Einen speziellen Dienst jeweils einzuschalten, ist flexibler und da stehen in den jeweiligen Bereichen schon Profis zur Verfügung. Jedoch ist es meistens teurer als eine feste Person anzustellen.


2. Investiere Geld und kaufe deine Freizeit

Statt Geld zu Nullzinsen auf einem Sparkonto liegen zu lassen, kannst du es auch gewinnbringend investieren. Den Ertrag deiner Investition kannst du dann benutzen, um deinen Lebensunterhalt zu bezahlen, anstelle deines Gehalts. Dafür kannst du deine reguläre Arbeitszeit verringern, indem du eine Teilzeit beantragst. Die Zeit, die du dann nicht mehr arbeitest, hast du dann gekauft.

Das Gesetz sieht vor, dass viele Arbeitnehmer die Möglichkeit haben, einseitig eine Teilzeit zu beantragen. In den meisten Fällen ist der Arbeitgeber dann verpflichtet, diese zuzustimmen. Das ist im
§8 TzBfG geregelt.

Du musst dir diese Entscheidung jedoch gut überlegen, weil du dann keinen Anspruch auf eine Rückkehr in die Vollzeit hast. Diese Möglichkeit wird jedoch politisch diskutiert.

Schwieriger ist es für Beschäftigte in kleinen Betrieben mit weniger als 15 Arbeitnehmern: Für sie gilt dieser Gesetzartikel nicht.

Beispielrechnung

Als Beispiel nehmen wir an, dass du 15 Euro pro Stunde verdienst. Zur Vereinfachung lassen wir die Steuern außen vor. Gehen wir davon aus, dass du nach ein paar Jahren 40.000 Euro zu investieren hast, und dass du es schaffst, das Geld zu 8% zu investieren. Wenn du vollzeit arbeitest und 10% deines Gehalts investierst, dann erreichst du diese Summe in weniger als 10 Jahren.

Dann verdienst du aus deiner Investition 3.200 Euro pro Jahr.

3.200 Euro pro Jahr sind mehr als 60 Euro pro Woche. Zu deinem Stundensatz von 15 Euro sind das schon ein halber Arbeitstag. Damit kannst du dir also jeden Freitagnachmittag kaufen. Dann kommt der Zinsenszins-Effekt noch dazu: Stell dir vor, du hörst nicht nach 10 Jahren auf, sondern du investierst weitere 10 Jahre immer noch 10% deines Einkommens. Du investierst also nicht nur während der Jahren N bis N+9, sondern auch in den Jahren N+10 bis N+19. So sind 2 Szenarien möglich:

Szenario 1: Du lebst bequemer

In diesem Fall benutzt du in den Jahren N+10 bis N+19 den Ertrag aus den Jahren N bis N+9, um dein Leben einfacher zu gestalten, mehr Zeit für dich zu haben und das Leben zu genießen. Dann ist es dir in den Jahren N+10 bis N+19 viel einfacher als in den Jahren N bis N+9, den zu sparenden Ertrag zu erwirtschaften. Für das gleiche Ergebnis brauchst du dich weniger anstrengen. Und das beste ist, dass es sich jedes Jahr bemerkbar macht.

Szenario 2: Du reinvestierst

In diesem Fall lebst du nicht bequemer, sondern du lebst genauso wie in den Jahren N bis N+9. So investierst du nicht nur deine Sparquote von 10%, sondern auch den Ertrag deiner bisherigen Investition. Mit der Zeit steigt der Ertrag exponentiell statt linear. Mit den Jahren macht das einen erheblichen Unterschied.



3. Mit den richtigen Werkzeugen Zeit sparen

Der zweite Waschgang, der falsch eingestellte Drucker und der alte Rechner mit viel Datenmüll fressen deine Zeit wie verrückt! Kauf dir stattdessen gute, langhaltende Geräte, die zuverlässig arbeiten. Damit sparst du dir nicht nur Zeit, sondern auch Strom und meistens ist es auch für die Umwelt (trotz der Anschaffung) besser.

Werkzeuge können viele Aufgaben automatisieren oder erleichtern. Kartons lassen sich mit einer Sackkarre besser transportieren, Holz lässt sich mit einer Elektrosäge schneller schneiden als per Hand und du arbeitest schneller mit einer Nähmaschine als mit dem Fingerhut. Heutzutage gehöhren auch Software und online-Portale dazu. Du wirst deine Immobilie besser verkaufen können, wenn sie auf einer passenden Plattform vorgestellt ist.


4. Achte auf deine Gesundheit und lebe länger

Gut essen, Sport treiben, ständig lernen, gut schlafen und auf die kleinen Wunden achten: Das kostet vielleicht ein bisschen mehr, aber dadurch veremeidest du große Probleme im Alter. Und wenn du jetzt fit bist, machst du auch vieles schneller. Du bist auch geistig fit und hast so bessere Ideen, die dich weiterbringen.

Vielleicht brauchst du also nur eine neue Matratze, ein gutes Kochbuch oder einen neuen Sanitätskasten, um viel Zeit zu sparen und dich wohl zu fühlen.


5. Lass Andere für dich arbeiten

Nicht nur im Haushalt kannst du delegieren. Finde jemanden, der für dich arbeitet. Warum sollte er denn für dich arbeiten? Er tut das, um etwas anderes (Geld) zu bekommen. Das kannst du als Hebel benutzen. Du kannst ihm etwas anbieten, was ihm wert ist.

Viele Leute setzen Wert auf Sicherheit. Wenn du Schwankungen in Kraft nehmen willst, kannst du ihm die Sicherheit eines regelmäßigen Gehalts anbieten. Er wird durchschnittlich weniger verdienen, dafür aber regelmäßiger. Den Unterschied kannst du dir dann behalten.

Du kannst ihm auch eine Wohnung vermieten. Er wird dann dafür arbeiten, dass er dir eine Miete zahlt. Zwar hast du die Wohnung erstmal kaufen sollen, aber am Ende hat er trotzdem für dich gearbeitet und diese Arbeit stellt Zeit dar, die du dir gekauft hast.


6. Refinanziere deine Schulden

Deine Schulden müssen stets pünktlich gezahlt werden. Du bist also verpflichtet, so viel zu arbeiten, dass du die nächste Rate zahlen kannst. Aber dir fehlt die Zeit, um so viel so kurzfristig zu arbeiten. Dann macht es Sinn, deine Zahlungen zu verschieben. Das kostet zwar ein wenig Zinsen, aber das lässt dir mehr Zeit, um den großen Betrag zu zahlen.

Natürlich muss man damit nicht übertreiben und die Schulden werden dadurch nicht weg. Man verschiebt das Problem nur, Aber durch diese Verschiebung beschaffst du dir einen zusätzlichen Zeitrahmen, um die Arbeit zu erledigen. Und das ist nicht zu vernachlässigen.

Auch die großen Konzernen nutzen dieses Werkzeug reichlich: Sie emittieren neue Anleihen, um die alten zurückzuzahlen. In der Zeit können sie weiter arbeiten und wachsen. Auch der öffentliche Sektor refinanziert ständig. Die Schulden, die vor 10 Jahren aufgenommen wurden, wurden nie zurückgezahlt, sondern nur durch andere Schuldtiteln ersetzt.
Die Stadt München hat Anfang 2020 Anleihen emittiert, um Investitionen in Sozialwohnungen langfristig zu investieren.

Dein Immobiliendarlehen kannst du refinanzieren, um die Zinsbindung länger festzuschreiben und die Monatsraten klein zu halten. Das schafft Planungssicherheit und verringert deine monatliche Belastung.

7. (Bonus) Das Wunder einer funktionierenden Wirtschaft

Stell dir vor, du kannst arbeiten und dabei nach Steuern mehr verdienen als der Mindestlohn. Nehmen wir als Beispiel an, dass du Netto 1,5-mal so viel wie der Mindestlohn verdienst und Überstunden machen kannst. Gleichzeitig musst du auch einfache Aufgaben (z.B. im Haushalt) erledigen. Für diese Aufgaben kannst du zum Mindestlohn jemanden einstellen.

Was würde passieren, wenn du ihn anstellst? Erstens wird er eine Arbeit bekommen. Zwar ist seine Arbeit nicht gut bezahlt, aber in der Not immerhin viel besser als gar keine Arbeit zu haben. Zweitens arbeitest du eine Stunde und lässt jemanden 1,5 Stunden arbeiten. Du hast also unter dem Strich 30 Minuten weniger gebraucht, um das gleiche Ergebnis zu erreichen, als hättest du alles allein gemacht.

Diese gesparte Zeit kannst du dann auch mehr arbeiten und reinvestieren. In der Geschichte sind alle Gewinner, weil du diese Arbitrage machst. Diese Tatsache erklärt, warum sich die Wirtschaft spezialisiert: Jeder soll das machen, was er am besten und am effizientesten kann. Dann lässt er Andere für sich arbeiten und profitiert von dem Unterschied.

Ist das mit einem Risiko verbunden? Ja, weil du sicherstellen musst, dass der Andere wirklich so viel in einer Stunde schafft wie du. Gelingt das ihm nicht, oder hast du nicht genug für ihn zu tun, oder versteht ihr euch schlecht, dann kann es sein, dass er 3 Stunden braucht, um das gleiche zu erreichen wie du in lediglich einer Stunde. Dann arbeitest du 2 Stunden in deinem gutbezahlten Job und bekommst dafür nur das, was du in einer Stunde erledigen könntest.

Zeit zu kaufen ist also eine Autobahn zum schnellen Vermögen, aber dieses kräftige Werkzeug will auch gut überlegt sein.