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2021

Was ist die Bonität und wie kannst du sie verbessern?

Deine Bonität ist eine deiner Möglichkeiten, einen Hebel einzusetzen. Sie ist entscheidend dafür, ob dir Kredite leicht oder schwer vergeben werden.

Bonitäts-Tachometer
So sorgst du für das beste Rating!


Inhalt:
Die Geschichte der Bonität
Eine Messung der Zahlungsfähigkeit
Die Bonität als Risikobewertung
Eine Theorie, die nicht lügt
Pflege deine Zahlungshistorie
Beschaffe dir einen Notgroschen
Steige dein Einkommen
Senke deine Ausgaben
Refinanziere deine Schulden

Die Geschichte der Bonität

Im Jahr 1868 hat Henry Varnum Poor Eisenbahngeschäfte bewertet. 1909 hat John Moody seine Ratingsagentur gegründet. jedoch sind Ratingsagenturen viel jünger als die Geschichte der Bonität selbst.

In den Jahrhunderten vor der industriellen Revolution waren die Risiken von Kreditausfällen hoch und vielfältig. Neben der Wahrscheinlichkeit, dass ein Schuldner nicht zahlen konnte, gingen Investoren auch das Risiko einer unzureichenden Zahlungsmoral ein. Zum Beispiel verschuldeten sich Könige und bedrohten die Gläubiger mit Gewalt, um nicht zurückzahlen zu müssen.

Heutzutage haben sich Institutionen etabliert, die solches Risiko minimieren. Darüber hinaus ist die Wahrscheinlichkeitstheorie besser entwickelt und sie wird nun mathematisch betrachtet.


Eine Messung der Zahlungsfähigkeit

Unter Zahlungsfähigkeit versteht man zwei Arten von Zahlungen:
- die Zahlung der Kreditrate und
- die Zahlung einer Rechnung.

Eine wichtige Kennzahl für beide Betrachtungen ist die Wahrscheinlichkeit der Insolvenz. Die
Insolvenzprognose ermittelt die Wahrscheinlichkeit, dass der untersuchte Kreditnehmer in den kommenden 12 Monaten Insolvent wird.

Für die Kreditrate ist es wichtig, dass das Einkommen die ganze Rate (also Zinsen und Tildung) problemlos deckt. Diese Eigenschaft ist etwas restriktiver als nur die Begleichung der Zinsen zu verlangen, aber sie vermeidet die Bildung von Blasen durch eine zu lockere Kreditvergabe.

Für eine Rechnung sind die Liquidität sowie die kurzfristigen Geldflüsse von größerer Bedeutung.

Deswegen gibt es bei der Bonität verschiedene Scores, die davon abhängen, welche Verpflichtung betrachtet wird.

Die Bonität als Risikobewertung

Umfangreicher als nur Zahlungsfähigkeit oder Zahlungsmoral ist die Risikobewertung eines Schuldners oder sogar eines einzelnen Schuldtitels. Damit haben Kreditgeber ein umfangreiches Tool, um das eigegangene Risiko zu schätzen. Die Bewertung eines Schuldtitels unterscheidet sich bei demselben Kreditnehmer wegen Faktoren wie die Laufzeit oder die Zeitreihe der Fälligkeitstage.

Eine weitere wichtige Schätzung ist die Höhe des Verlusts unter der Annahme, dass ein Kredit ausfällt. Diese Kennzahl wird oft als LGD (Loss Given Default) bezeichnet.

Wenn ein Schuldtitel eine Ausfallwahrscheinlichkeit von 10% und ein LGD von 40% hat, dann beträgt der durchscnhnittlich zu erwartende Verlust 4%. Die Risikoprämie muss also auch mindestens 4% betragen, damit der Investor langfristig und statistisch gesehen keinen Verlust macht.

In dieser vereinfachten Rechnung wurden Aspekte wie Steuern oder Korrelation mehrerer Schuldtiteln nicht betrachtet. Die Risikobewertung basiert sich auch immer auf Schätzungen, die nicht genau erfolgen können. Daher ist es ratsam, einen gewissen Risikopuffer einzukalkulieren.


Eine Theorie, die nicht lügt

Bonität folgt Liquidität. Diese Weisheit besagt, dass ein liquider Schuldner seine Verpflichtungen bedienen kann. Kurzfristig hat er sowieso die Liquidität dafür. Langfristig muss er gut erwirtschaftet haben und einen positiven Cashflow generiert haben, um auf diese Liquidität zu kommen.

Im Normalfall ist also dein Kontostand ein Hinweis darauf, ob du eine gute Bonität hast. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, wie kurz nach einer großen Anschaffung oder im Rahmen einer Erbe.


Pflege deine Zahlungshistorie

Die Vergangenheit spielt eine große Rolle in deiner Bewertung. Wenn du bisher alle Rechnungen ständig pünktlich bezahlt hast, dann ist es wahrscheinlich, dass du vorsichtig mit Geld umgehst und dass du einen finanziellen Puffer pflegst, damit du auch in Zukunft deine Schulden rechtzeitig begleichen kannst.


Beschaffe dir einen Notgroschen

Mit einem Notgroschen kannst du Unvorhersehbares besser überstehen. Du machst dich weniger von Anderen abhängig, wenn z.B. die Waschmaschine erneuert werden muss oder du deinen Job verlierst. wie oben schon beschrieben ist die Liquidität ein wichtiger Faktor bei der Bonität. Auch beim
Kauf einer Immobilie solltest du genug Liquitdität haben. Das ist nämmlich eine Zeit, wo die Kasse oft knapp wird, weil das finanzierte Objekt alle verf├╝gbaren Mittel benutzt.

Steige dein Einkommen

Um langfristig entspannter deine Verpflichtungen nachzukommen, brauchst du mehr Einnahmen. Du kannst Überstunden machen oder einen Nebenjob anfangen. Auch kluge Investitionen sind eine gute Möglichkeit, um Einkommen zu generieren.


Senke deine Ausgaben

Es nutzt dir nichts, dein Einkommen zu steigern, wenn du gleichzeitig auch deine Ausgaben erweiterst. Achte besonders auf die Festkosten, die du monatlich zu zahlen hast. Prüfe, ob ein anderer Anbieter vielleicht nicht günstiger wäre.


Refinanziere deine Schulden

Mach deine Raten längerfristig planbar, beschaffe die Liquidität und sichere dich gegen steigende Zinsen ab. Zwar verlängert sich deine Finanzierung mit jedeer Umschuldung, aber der geschaffene finanzielle Freiraum in der Zwischenzeit reduziert dein Risiko erheblich.